Wer wir sind:

Das Bündnis #noIAA wurde Anfang 2021 gegründet und versteht sich als Teil der globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit. Der zivilgesellschaftliche und ungehorsame Protest hat die Internationale Automobilausstellung (IAA) aus Frankfurt vertrieben. Daran knüpfen wir als Münchner Bündnis an.

Die Autokonzerne versuchen nun in München eine erneute Niederlage zu vermeiden und verpassen der IAA einen grünen Anstrich. Doch allen Greenwashing-Bemühungen zum Trotz – die IAA bleibt weiterhin ein Symbol für Profitmaximierung auf Kosten von Mensch, Umwelt und Klima.

Der Ausbau des Autoverkehrs sowie die Aufrechterhaltung der Autoproduktion und deren staatlicher Förderung befeuern die sozialen und ökologischen Krisen weiter. Die konstant hohen CO2-Emissionen des Verkehrssektors verschärfen die Klimakrise. Deren Folgen treffen weltweit besonders ärmere Menschen, vor allem im globalen Süden. Gleichzeitig führt der Autoverkehr lokal zu Flächenverbrauch sowie zu Gesundheitsschäden durch Lärm, Stress und Feinstaub.

Die Nutzung des öffentlichen Raums (Marienplatz, Odeonsplatz, Königsplatz u.v.m.) für die IAA wurde ohne gesellschaftliche und demokratische Kontrolle in nichtöffentlichen Sitzungen des Stadtrats beschlossen. Auch die Grünen haben der Bewerbung um die IAA zugestimmt und stellen damit den Wirtschaftsstandort München über den Umweltschutz.

Wir setzen uns für eine radikale Verkehrswende ein – nicht irgendwann, sondern jetzt. Noch sind vielerorts Menschen zur kostenintensiven Autonutzung gezwungen. Alternative Antriebe allein sind keine Lösung. Unser Ziel sind weitgehend autofreie Städte und autoarme ländliche Regionen. Wir brauchen mehr Platz für Fuß- und Radverkehr sowie einen massiv ausgebauten, ticketfreien Nahverkehr mit höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Der Bau von Autobahnen, Schnell- und Bundesstraßen muss sofort gestoppt werden.

Angesichts der Klimakrise muss die Anzahl der Autos drastisch reduziert werden und der sozial-ökologische Umbau der Autoindustrie beginnen. Dabei müssen alle Möglichkeiten zur Konversion ausgeschöpft und die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich verkürzt werden. Die Schaffung gleichwertiger Arbeitsplätze in Bereichen, die dem ökologischen Umbau dienen, muss massiv gefördert werden. Dieser Prozess muss mit den Beschäftigten gemeinsam organisiert werden und die soziale Absicherung aller garantieren.

Für die Mobilitätswende müssen wir die Autokonzerne entmachten und Wirtschaftsentscheidungen demokratisieren.

Auftakt Bündnis #noIAA – Aktivist*innen machen gegen Automesse mobil

Diesen Mittwoch stellte das Anfang 2021 gegründete Bündnis #noIAA im Rahmen einer ersten Protestaktion seine politischen Forderungen vor. #noIAA vereint Klimagerechtigkeitsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und andere Organisationen, die die Automesse IAA in München ablehnen.

In einem Schauspiel um Verkehrsminister Scheuer, VDA-Vorständin Müller und BMW-Anteilseignerin Klatten malten die Aktivist*innen ein Auto grün an, um das „Greenwashing“ der IAA Mobility zu versinnbildlichen. In Form einer Kunstaktion stellten die Aktivist*innen eine eigene „Automobilausstellung“ auf den Marienplatz, die mit ironischen Verkaufsschildern auf die politischen Missstände hinwies. Dieser zählt zu den zahlreichen öffentlichen Plätzen, die im September durch die IAA vereinnahmt werden. Darüber hinaus verurteilt das Bündnis die enge Kooperation der Stadt mit dem VDA und konfrontierte die Mitglieder des zeitgleich stattfindenden Mobilitätsausschusses des Münchener Stadtrates mit seinen Forderungen.

Statt der Ausrichtung der Automesse in München fordert #noIAA:

  • eine radikale Verkehrswende
  • ein weitgehend autofreies München
  • einen massiv ausgebauten, ticketfreien Nahverkehr
  • die sozial-ökologische Konversion der Automobilindustrie

Dazu erklärt Michael Jäger (Fridays for Future München):

Die konstant hohen CO2-Emissionen des Verkehrssektors verschärfen die globale Klimakrise, unter der vor allem Menschen im Globalen Süden leiden. Für eine drastische Reduzierung der weltweiten Treibhausgasemissionen ist eine sozial-ökologische Verkehrswende daher unabdingbar. Die CO2-Emissionen des deutschen Verkehrssektors sind allerdings seit 1990 nicht nennenswert gesunken und damit unvereinbar mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens und unserer globalen Verantwortung. Dieser können wir nicht mit einer bloßen Elektrifizierung des Autoverkehrs mit unverändert enormen Material-, Energie-, und Platzverbrauch gerecht werden, sondern nur mit dramatisch weniger Autos.

Harald Pürzel (Vorsitzender ver.di München) betont die Perspektive der Beschäftigten:

München braucht einen starken öffentlichen Personennahverkehr – und für die dort beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gute Arbeitsbedingungen sowie Löhne, die dem Mieten- und Preisniveau in unserer Stadt angemessen sind. München braucht ein Verkehrskonzept, das Energieverbrauch und CO2-Ausstoß senkt und mehr Raum für Fußgänger und Radler schafft. München braucht Perspektiven für die Beschäftigten der im Wandel begriffenen Automobilindustrie. Was München aber bestimmt nicht braucht, sind Sonderfahrspuren und Propaganda für übermotorisierte Produkte der Automobilindustrie. Deshalb hat sich die Gewerkschaft ver.di dem #noIAA-Bündnis angeschlossen.

Das Antikapitalistische Klimatreffen München kritisiert die hinter der IAA stehenden Parteien:

Was das Greenwashing bei der IAA zeigt: Die Grünen versuchen noch die Klimabewegung zu täuschen. SPD und CSU haben nicht mal diesen Anspruch. Die Klimakrise können wir nur durch Druck von der Straße und in den Betrieben bekämpfen. Ohne eine demokratisch organisierte Wirtschaft werden wir an der Isar kein Feierabendbier mehr trinken, sondern in einem ausgetrockneten Flussbett um das letzte Pfützchen streiten. Wir werden solange Widerstand gegen die Zerstörung des Klimas für die Profite der Automobilkonzerne leisten, bis nur noch die Esel in Hellabrunn I- AA schreien.

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